Wanloer Klimaschutz- und Energietage 2018

Smarte Bürger werden für Klimaschutz & Energiewende gebraucht

Foto: Andreas Pfaller – Verein für Luftfahrt MG-Wanlo

Grundidee

Die Bürger von Wanlo erarbeiten derzeit in Partnerschaft mit der IRR-Innovationsregion Rheinisches Revier GmbH ein Konzept für mehr Klimaschutz, das durch eine bürgerschaftliche Organisationsform umgesetzt werden kann. Die Federführung liegt bei der Initiative Dorfentwicklungsplanung Wanlo, die die Bürgerschaft in den letzten Monaten über ein gut etabliertes Netzwerk und über mehrere Energieabende angesprochen hat. Es gibt schließlich eine Fülle von Ideen und Technologien, um Energie effizienter einzusetzen und bzw. oder erneuerbare Energien zu nutzen. Diese reichen von Solaranlagen über Elektromobilität bis hin zu Nahwärmenetzen mit Nutzung von Grubenwasserwärme. Zudem sind die Rahmenbedingungen für die Wirtschaftlichkeit sehr komplex.

Partner

Wissenschaftlich unterstützt werden die Wanloer dabei durch eine Projektgruppe von Studierenden der TH Köln, Fachbereich Erneuerbare Energien. Diese Zusammenarbeit kam durch die Koordination der IRR zustande. Die Studenten und die Initiative haben eine Fragebogenaktion durchgeführt, bei der eine erfreulich hohe Beteiligung erzielt wurde. Dank des persönlichen Einsatzes der Aktiven aus der Initiative konnten viele Bürger direkt angesprochen werden. Mit besonderem Engagement erarbeitet die Studentenarbeitsgruppe auf dieser Basis eine energetische Bestandsanalyse sowie ein Paket an Empfehlungen für das Handlungskonzept. Bei der Auswertung der Fragebogenrückläufe zeigt sich einerseits eine große Bereitschaft der Bürger für private wie gemeinschaftliche Projektes. Andererseits lassen sich interessante Potenziale für die Klimaschutzarbeit aus bürgerschaftlicher Trägerschaft daraus ableiten.

Auch die Stadt Mönchengladbach unterstützt die Projektarbeit durch ihre aktive Mitwirkung.

 

Das vorgesehene Programm kann über folgenden Link heruntergeladen werden:

Wanloer – Klimaschutz- und Energietage

 

 

 

Frankreichs ambitionierte Biomethan-Ausbauziele

Frankreich bewirtschaftet eine landwirtschaftliche Nutzfläche, die deutlich größer als die von Deutschland ist. Gute Potenziale für landwirtschaftliche Biogasanlagen gibt es also – genauso wie Bestrebungen, Abfälle und Reststoffe nach Regeln der Kreislaufwirtschaft als Bioenergie zu verwerten. Vor der Präsidentschaftswahl wurden letzte Weichen durch Gesetze und Ausführungsrichtlinien gestellt, um die Branche vorwärts zu bringen. Das Kernkraftwerk Fessenheim soll nun auch endlich in 2019 vom Netz gehen – es sieht also gar nicht so schlecht aus für die Nachbarn, was Biogas und Biomethan angeht. Wie entwickelt sich die dortige Branche nun weiter?

Weiter zum Artikel im Biogas Journal 4-2017 hier

 

 

Smarte Innovation – vom Silicon Valley zu Innovationsregionen und mobilem Fortschritt

Eine Million Elektromobile – eine innovative Herausforderung

Vor wenigen Tagen hat die deutsche Bundeskanzlerin eingeräumt, dass ein von ihr gesetztes Ziel wahrscheinlich nicht erreicht werde: eine Million Elektrofahrzeuge in Deutschland bis 2020 sind nach aktuellen Hochrechnungen auch tatsächlich schwer umzusetzen. Am 01.01.2017 waren 34.022 Elektro-Pkw und 165.405 Hybridautos zugelassen, davon wurden 2016 rund 11.400 Elektromobile neu angemeldet.

Dabei benötigt der Verkehrssektor dringend eine Verbesserung der CO2-Bilanz. Hier sind nicht nur keine Einsparungen, sondern sogar weitere Steigerungen des CO2-Ausstoßes zu verzeichnen. Elektromobilität und Strom aus erneuerbaren Quellen bzw. Wasserstoff aus überschüssigem regenerativ erzeugtem Strom für Brennstoffzellenfahrzeuge stehen als Technologie zur Verfügung, warum ist es so schwierig, innovative Lösungen zu realisieren und neue Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze zu schaffen?

Das Silicon Valley gilt allgemein als Musterregion für innovative Geschäftsmodelle. Der scheidende NRW-Umweltminister hat den Namen dieser Bilderbuchregion des Öfteren als Metapher für die Innovationspotenziale bemüht, die in unserem Land und ganz besonders im Rheinischen Revier durch die Konzentration von hochkarätigen Hochschulen und Forschungseinrichtungen gegeben ist. Das ist sicher Motivation genug, sich die dortigen Verhältnisse und ihre Übertragbarkeit auf uns genauer anzuschauen.

Wunsch & Wirklichkeit – der kalifornische Traum

Die herausragende Rolle der Region um das Santa Clara Tal und seine Entwicklung zum weltweit führenden IT und High-Tech Standort als „Silizium Tal“ begann bereits in den 1950er Jahren mit der Entwicklung der Halbleitertechnik und der Ansiedlung von entsprechenden Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Firmen. Militär und Raumfahrt waren dabei wichtige Fortschrittstreiber. Durch die in den 1980er und 1990er Jahren sich dort entwickelnde ITK Branche kamen wesentliche Standortstärken hinzu, die die Region zu dem weltweit führenden Eldorado der neuen Technologien machte.

Dies führte zu der bekannten Konzentration von global führenden Firmen der High Tech Industrie, die ihre Megaerlöse mit sehr geringem Aufwand an Investition und Personal erzielen. Auf Basis der Digitalisierung entwickeln sich so die bekannten disruptiven Geschäftsmodelle von UBER, Airbnb, etc. Die kompetentesten Spezialisten aus aller Welt zieht es in die nicht nur landschaftlich reizvolle Region. In zwanglosen Zusammenkünften von Ideengebern und Investoren werden tat- und finanzkräftige Konsortien auf die Beine gestellt, um effektiv und effizient Projekte umzusetzen, bei denen vor allem neue Internetplattformen und innovative Applikationen zum Fortschritt der Menschheit realisiert werden. Dabei kommt es darauf an, die Vorzüge der Geschäftsidee schnell und interessant in einem sogenannten Pitch zu präsentieren. Die finanziellen Risiken sind aber relativ unwichtig. Erfolgsraten von 10% gelten als ausreichend. Auch arbeitsrechtliche Hürden und Sozialabgaben haben für dortige Unternehmer wenig Bedeutung. Die Branche lebt von der Leidenschaft der aus aller Welt herbeiströmenden Spitzenkräfte. Wer da nicht mithalten kann, wird in die harte Wirklichkeit von unbezahlbarem Wohnraum und fehlender sozialer Absicherung entlassen.

An Rhein & Ruhr – die regionale Wirklichkeit

Wir leben sicher in anderen Verhältnissen, haben eine andere Geschichte: In den 1950er Jahren haben wir uns nicht so sehr mit kleinen Halbleiterbauelementen beschäftigt, sondern die Schwerindustrie aufgebaut – mit einem großen Bestand an Arbeitskräften, arbeitnehmerfreundlichen Mitbestimmungsmodellen sowie großen und mächtigen Verbandsstrukturen wie z. B. die Montanunion sowie riesigen Konzernen wie RWE.

Unsere Stärke im Energieland NRW wurde in Konzentration auf Industrieschwerpunkte entwickelt, um große Produktionsmassen bei gleichzeitiger Effizienz- und Qualitätssteigerung zu realisieren. Ausländische Arbeitskräfte kamen auch hierher, aber überwiegend als Industriearbeiter mit geringeren Qualifikationen und zunächst weniger flexiblen Einsatzmöglichkeiten im höher qualifizierten Beschäftigungssegment.

Darauf aufbauend wurden dann Kompetenzen im Anlagenbau sowie in entsprechenden Serviceunternehmungen weiterentwickelt. Die Energiewirtschaft bildet hier eine wichtige Basis, um die stromintensiven Produktionsanlagen zu versorgen. 40% des Stromes für NRW kommen dabei aus dem Rheinischen Revier und werden fossil erzeugt.

Doch inzwischen hat sich dank der Energiewende einiges verändert. Decarbonisierung, Dezentralisierung und Digitalisierung bieten die Basis für viele Innovationen und erfolgreich entwickelte Technologien, die auch Exportschlager sind. Mittlerweile gibt es im Bereich der erneuerbaren Energien etwa dreimal so viele Arbeitsplätze wie in der Energiewirtschaft auf Basis der fossilen Energieträger. Somit sind wir auf einem guten Weg. Doch warum kommen wir nicht so recht voran, wenn es um die Umsetzung eines innovativen Strukturwandels geht, wie z. B. in der Elektromobilität?

Haut de France – ein europäischer Leuchtturm

Silicon Valley ist sicher weit weg – nicht nur geographisch, sondern auch hinsichtlich der Standortfaktoren. Doch in der französischen Partnerregion von NRW, der Region Hauts de France im Norden des europäischen Nachbarlandes, findet sich ein interessantes Leuchtturmprojekt für den Strukturwandel in einem eher vergleichbaren Umfeld. Mit dem Masterplan von Jeremy Rifkin hat man dort die „dritte industrielle Revolution“ eingeleitet. Die Wende wird auf fünf Säulen vorangebracht, die man stichwortartig folgendermaßen anreißen kann:

  1. Wechsel zu erneuerbaren Energien
  2. Entwicklung Energie produzierender Gebäude
  3. Einrichtung von Energiespeicherkapazitäten
  4. Aufbau des Internets der Energie
  5. Neuerfindung der Mobilität von Personen und Gütern.

Die neuen Geschäftsmodelle basieren auf Regeln der Kreislaufwirtschaft und den Ansätzen der Share Economy.

Finanziert wird der Strukturwandel durch einen Regionalfonds, der neben der Zusammenführung verschiedener Investoren und Investitionshilfen auch durch Crowd Funding gespeist wird. Unternehmen, die in den Handlungsfeldern der industriellen Revolution Investitionen vornehmen, werden dabei aus einem speziellen Teil dieses Fonds unterstützt.

Das Potenzial an lokaler Innovationskraft und Kreativität wird durch partizipative Aktionen erschlossen. So kamen Ende April in Lille in der Zukunftswerkstatt „Techshop“ 3.500 Bürger zusammen, um sich gemeinsam im Design Thinking zu üben. Diese Methodik schlägt die Brücke zu Ansätzen der amerikanischen Innovationskultur.

S M A R T e  Innovation – das Wesentliche in 5 Merkmalen

Auf Basis dieser Beobachtungen und Einsichten lassen sich m. E. folgende smarten Maximen für ein erfolgreiches Innovationsmanagement ableiten.

S :: Sensibel auf Chancen reagieren

Gelegenheiten müssen erkannt und genutzt werden. Die nötige Sensibilität basiert auf einer maximalen Kompetenz und Kreativität bei gleichzeitiger Konzentration darauf, einen Mehrwert zu schaffen. Im Bereich der Innovation von Energiewirtschaft und Mobilität geht es darum, komplexe Strukturen zu durchschauen, um Gelegenheiten zur Verbesserung für die alltäglichen ökologischen und ökonomischen Herausforderungen zu nutzen und zum Fortschritt durch nachhaltige Geschäftsmodelle beizutragen. Hier sind Dezentralisierung und Digitalisierung Antreiber und Werkzeug zugleich. Folgende Abbildung visualisiert die komplexen Verknüpfungen von Erneuerbaren Energien und nachhaltiger Mobilität.

M :: Mutig auf Herausforderungen zugehen

Die Angst vor dem Scheitern sowie vor dem Verlust von starren Strukturen wird in unserem Kulturraum besonders gepflegt, doch das ist hier kontraproduktiv. Stattdessen gilt es danach zu streben, Fehler zuzulassen, daraus zu lernen und auf neue schlanke Methoden wie Design Thinking und Scrum zu setzen. Bewährte Prozesse der Innovation sehen die Schaffung neuer Produkte und Services als iterativen Ansatz und beziehen die Fehlentscheidungen als Lernstufen mit ein.

A :: Agile Teams bilden

Es gilt dabei ganz besonders, innovative Formen der Zusammenarbeit zu entwickeln, und multidisziplinäre Teams mit flachen Hierarchien und minimalen Bürokratieüberbauten zusammenbringen. Die Prozesse müssen in Ausrichtung auf das Ziel transparent geführt und kohärent gegliedert sein: Aufstellung von Konzepten, Terminachsen und Kennzahlen, Durchführen von Maßnahmen und Überprüfung, ob Ziele erreicht werden oder ob Veränderungen am Prozess nötig sind – viel mehr braucht es oft nicht, um den Wandel komplexer Aufgaben zu strukturieren und effektiv voranzutreiben. Die Berücksichtigung der Interaktionen zwischen den Systempartnern mit dem Ziel der Mehrwertgenerierung ist zielführend.

R :: Richtig finanzieren

Moderne Formen der breiten Beteiligung wie Crowd Funding sind zur Minimierung des Risikos des Einzelnen geeignet. Die Förderung der Kapitalbeteiligung größerer Institutionen in sinnvollen Projekten, die proaktive Einbindung der Unternehmen in den Strukturwandel, der Abbau der Bürokratie in Förderprogrammen auf ein sinnvolles Maß, zielgerecht eingebrachte Investitionszuschüsse helfen, das benötigte Kapital schnell und effizient zu platzieren.

T :: Tatkräftig voranschreiten

Es kommt vor allem darauf an, mehr Projekte umzusetzen, anstatt in langwierigen Analysen und Risikobetrachtungen zu verharren. Dazu müssen die Akteure sich in lokalen Netzen zusammenschließen, gemeinsame Interessen ausloten und Bedarf an Unterstützung für gemeinsame Ziele definieren, um dann Projekte im Einklang mit den zuvor beschriebenen Maximen zu realisieren.

 

Eine Million Elektromobile – eine innovative Einladung

Mit diesen 5 Maximen kann ein optimaler Innovationsprozess kurz methodisch skizziert werden. Die inhaltliche Ausgestaltung ergibt sich durch das aufbauende Zusammenspiel zwischen kompetenten Systempartnern.

Was unsere Regionen angeht, so bin ich zuversichtlich, dass sich hiermit Ziele wie 1 Million Elektromobile in Deutschland und noch viel mehr erreichen lassen. In Ergänzung zu dieser abstrakten Darstellung mache gerne entsprechende konkrete Vorschläge für Ihre speziellen Projekte und Strategiekonzepte. Sie sind eingeladen, über die jeweiligen Möglichkeiten zu diskutieren. Damit wir weiterkommen.

Energiewende 2.0 – die revolutionäre Transformation der Netze

 

Die erneuerbaren Energien (EE) haben sich bestens entwickelt, vor allem im Stromsektor. Den Klimaschutz dürfte es freuen. Doch weil die Stromnetze dem Erfolg der Energiewende noch nicht gewachsen sind, kann nicht die gesamte EE-Produktion genutzt werden. Zu komplex, zu weitgreifend sind die erforderlichen Umbaumaßnahmen an den Netzen, als dass die zuständigen Akteure sie auf die Schnelle realisieren könnten. Denn das Stromtransportsystem wird quasi auf den Kopf gestellt. Durch den Einsatz von effizienter Gleichstromtechnologie bieten sich hier revolutionär anmutende Optimierungschancen an. Daran arbeiten Forschung und Industrie mit Hochdruck. Die Zeit drängt – die Verpflichtungen aus den Klimaschutzvereinbarungen erfordern Handlungskonzepte und eine schnelle Umsetzung. Nur durch die ganzheitliche, grenzüberschreitende Vernetzung von Hochschulen, Unternehmen und Regulierungsinstitutionen kann das gelingen – Akteure im Energieland Nordrhein-Westfalen sind dabei mitten im Geschehen….


Weiterlesen: 2016-11-17_BJ-Energiewende_2-0_MLS

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Artikel im Biogas Journal 6_2016

Der hohe Preis für die günstige Kernenergie

DTEURE KERNENERGIEie französische Energiepolitik im Zwiespalt zwischen Fortschritt und Altlast

Die Anlage Beaumont-La Hague liegt am westlichen Zipfel der grünen Halbinsel Cotentin, die weit in den Ärmelkanal in Richtung England ragt. Seit Mitte der Sechziger Jahre werden hier radioaktive Abfälle wiederaufbereitet. Die Werkseinrichtungen des französischen AREVA-Konzerns sind teilweise in die Jahre gekommen. Wie die französische Atomaufsichtsbehörde (ASN, Autorité de Sûreté Nucléaire) Ende Februar veröffentlichte, wurde festgestellt, dass bestimmte Anlagenbestandteile schneller als angenommen korrodieren und folglich früher ersetzt werden müssen. …

 

Zum Artikel (BIOGAS JOURNAL 3_2016):
nucleaire-art-01

 

Biomethan am Tagebaurand

Biogasanlage Bergheim - Baustelle Oktober 2015

Der Umbau der Energielandschaft schreitet kontinuierlich voran. Auch im Rheinischen Revier zwischen Köln, Mönchengladbach und Aachen, wo die regionale Identität stark mit der Braunkohle verknüpft ist. Bei der konventionellen und langfristig angelegten Energieproduktion aus dem heimischen Rohstoff wird bei RWE auch Erd- und Restwärme genutzt. Daneben sind die erneuerbaren Energien aus Biogas, Wind und Photovoltaik mittlerweile fest im Energiepark des Konzerns integriert. Beim Biogas ist der Substratkreislauf in die bergbauliche Rekultivierung eingebunden. Mit der neuen Biogasanlage Bergheim werden diese Synergien noch effektiver, zum Vorteil sowohl für die Biogastechnologie als auch für moderne Verfahren der Wiedernutzbarmachung im Bergbau.

Für den kompletten Artikel aus dem Biogas Journal 01/2016 bitte auf das Bild klicken:

 

Biogas Journal 1/2016: Biomethan am Tagebaurand

 

2016 – Es ist Ihr Jahr … des Zen-Managements!

Année ZEN

Zu Beginn eines neuen Jahres verspüren wir einen Geist der Erneuerung und das Gefühl, am Nullpunkt wieder anzufangen. Voll der Motivation, all weniger nützlichen Gewohnheiten abzulegen, denken wir über neue leistungsfähige Strategien nach. „Zen-Geist, Anfänger-Geist“ ist der Titel eines Buches von Shunryu Suzuki und ein Prinzip der Zen-Philosophie. Mit einem offenen Geist sind wir in der Lage, unsere Ressourcen auf die beste Weise zu verwenden.

Daher möchte ich hier 5 Ideen präsentieren, wie Sie Ihr Projektmanagement durch «Anfänger-Geist» optimieren können.

1 – Langsam beginnen

Es ist so einfach wie wahr: Die Richtung, in der man startet, bestimmt wo man ankommt. Im Hinblick auf das Projektmanagement gilt dies umso mehr. Die Entscheidungen aus der Startphase beeinflussen die Ergebnisse und die Kosten zu 50%. In vielen Fällen nimmt man sich nicht viel Zeit, um optionale Lösungen zu entwickeln. Aus Angst, Zeit oder Geld zu verlieren, entscheiden sich Manager häufig für die bekannten Lösungsansätze und neigen dazu, in einer konservativen Haltung den Beispielen der Kollegen zu folgen. Jedoch ist es wichtig, zunächst die besonderen und einzigartigen Anforderungen des Einzelfalls zu ermitteln, bevor Standardlösungen angewandt werden. Also, warum nicht genug Zeit und Energie in die Startphase und in die Untersuchung der Innovationspotenziale investieren?

2 – Souverän managen

Auch während der Ausführung gut geplanter Maßnahmen ist es sehr wichtig, nicht zu sehr an der Planung zu haften. Trotz ausführlicher Voruntersuchung trifft man immer auf unerwartete Einschränkungen. Darum soll man stets auf die Optimierung der angewandten Methoden und Maßnahmen vorbereitet sein. Vor allem bei Großprojekten ist es traurige Tatsache, dass die Kosten mit dem Fortschritt der Realisierung enorm über das geplante Maß hinaus ansteigen. Einige dieser Kostenüberschreitungen werden durch ein ineffizientes Controlling verursacht, sowie durch starre Strukturen im Management und eine feste Hierarchie, wobei Manager zu oft und zu viel auf die persönlichen Ziele und Eitelkeiten achten. Manchmal wollen sie auch nicht für inkompetent gehalten werden. Doch: Warum nicht offen für Veränderung sein und sich für eine echte kontinuierliche Optimierung einsetzen? Wäre dies nicht der Beweis wirklicher Souveränität?

3 – Zusammen arbeiten

Spätestens in einer Krise zeigen sich die wahren Qualitäten eines Teams vollständig. Hoch qualifizierte Spezialisten sind oft sehr auf ihre eigenen Spezialgebiete konzentriert, aber nicht bereit, auf die Interessen der anderen Bereiche einzugehen, wie sie es beim Start ihrer Karriere gemacht haben. Die Koordination von Teams aus verschiedenen Unternehmen misslingt, da es sehr oft alte Fehden und Rivalitäten gibt. Um den Schaden zu reduzieren, ist es eine kluge Investition, wenn das Management frühzeitig eine Mediation veranlasst. In den meisten Fällen ist es notwendig, verkrustete Mechanismen aufzubrechen. Wer könnte diese Blockaden besser und leichter auflösen als jemand, der neu in diesem Projekt und bestens gerüstet ist, neue Lösungsansätze zu entwickeln?

4 – Intelligent rekrutieren

Eine Art der Erneuerung ergibt sich auch, wenn neue Mitarbeiter einzustellen sind. Viele Manager wählen den idealen Kandidaten anhand seiner Studiengänge und seiner Karriere aus. Aber es ist von entscheidender Bedeutung, wie er sich an das Team anpasst, und wie sehr das Team in der Lage ist, neue Mitglieder zu integrieren. Oft werden ähnliche Profile gewählt, obwohl es viel nützlicher wäre, ein Team mit unterschiedlichen und sich ergänzenden Typen zusammenzustellen, welche aus verschiedenen Karrieren stammen, und die auch verschiedenen Altersgruppen angehören. Erfolgreiche Teams sind in der Lage, sich selbst ständig durch ihre vielfältigen Fähigkeiten zu erneuern. Die Frage ist: Wer kann mit seinen Fähigkeiten am besten zu einer Erweiterung der Kompetenzen beitragen?

5 – Ausgeglichen leben

Natürlich können wir nicht völlig zwischen Berufs- und Privatleben trennen. Vielfältige Beziehungen und Aktivitäten neben dem Beruf geben uns oft neue Energie. Dieser Bereich des Lebens leidet, wenn wir in einer frustrierenden Arbeitssituation stecken bleiben. Und die berufliche Leistungsfähigkeit wird wiederum verringert, wenn private Belange nicht ausreichend berücksichtigt sind. Diese Wechselwirkungen sind gut bekannt. Heute ist die “ Work- Life-Balance “ ein wichtiger Qualitätsindikator – sowohl bei Arbeitgebern als auch für Arbeitnehmer. Und hier ist nun die wesentliche der fünf Ideen: Wenn man es generell schafft, offen für neue Perspektiven zu bleiben, kann man die täglichen Aufgaben durch die volle Entwicklung der Potenziale bewältigen – und das während des ganzen Jahres.

Damit wünsche ich allen, den Anfängergeist für den gesamten Jahreslauf in 2016 zu bewahren und – bleiben Sie Zen !

 

„Höre nie auf anzufangen – fange nie an aufzuhören!“

Biogas Frankreich: Termine 2016

2016-France

 

 

Das Jahr neigt sich dem Ende zu, Zeit die Planungen für das nächste Jahr anzugehen.

Hier eine kurze Liste der Veranstaltungen in Frankreich, die für die Biogasbranche interessant sind:

Biogaz Europe 2016
27. – 28.01.2016 | NANTES

http://www.biogaz-europe.com/

 

Journées Recherche Innovation biogaz méthanisation 2016

10. – 12.02.2016 | LIMOGES

Link zur Veranstaltungsankündigung

 

OFEnR / DFBEE

Entwicklung der Rahmenbedingungen, Direktvermarktung und Finanzierung von

Biogasanlagen in Deutschland und Frankreich:

03.03.2016 | Paris
Link zur Veranstaltungsankündigung


ExpoBiogaz 2016

08.– 09.06.2016 | STRASBOURG (TERMINVERSCHIEBUNG !)

Link zur Veranstaltungsankündigung

Frühbucherrabatt für Standbuchungen bis Ende Januar 2016

Möglichkeit von 45 minütigen Vorträgen für Aussteller

 

Biogas Frankreich – die Bestandsaufnahme

Aufstrebende französische BiogasbrancheUm den Aufstieg der vielversprechenden Branche in Frankreich zu ermöglichen, sind die zu überwindenden Hemmnisse analysiert worden.

Am 26.11.2015 wurden die Ergebnisse einer entsprechend groß angelegten Studie auf einer Pressekonferenz vorgestellt. Auftraggeber war das nationale Biogaskomitee, das das Strategieberatungsbüro E-Cube Strategy Consultants mit der Untersuchung der bisherigen Erfahrungen beauftragte, um

  • die Ursachen für die fehlende Wirtschaftlichkeit der Bestandsanlagen und
  • die Hindernisse und Chancen bei der Entwicklung neuer Projekte zu identifizieren.

An der Betreiberbefragung nahmen 44 landwirtschaftliche Anlagen (40 % des Anlagenbestandes) und 10 landwirtschaftliche Territorialanlagen (100% des Bestandes) teil, die das Biogas ausschließlich in KWK-Anlagen verwerten. Biomethananlagen waren aufgrund der noch zu geringen Anzahl nicht beteiligt, ebenso keine Deponie- oder Kläranlagen. Neben den Betreibern wurden auch wichtige Akteure wie Projektentwickler, Investoren, Banken in die Untersuchungen mit einbezogen.

94% der bewerteten Biogasanlagen haben Probleme wie Investitionsüberschreitungen, überhöhten Betriebs- und Zeitaufwand und zu geringe Einnahmen. Bei 65% lag die Rentabilität unter den Erwartungen, 35% hatten sogar gravierende Schwierigkeiten. 80% der Anlagen < 1MW hatten Probleme im Biogasprozess, 100% der Anlagen >1MW Probleme mit den BHKW.

Aus technologischer und betrieblicher Sicht sind für die Prozessprobleme vor allem Funktionsstörungen bei der Biogasherstellung verantwortlich, die auf ungeeignete Ausrüstung zurückzuführen sind. Diese waren nicht auf die französische Substratvielfalt angepasst, oder es gab auslegungsbedingte Probleme, die zu Ausfällen führten. Mangels französischer Hersteller waren die Anlagenbetreiber gezwungen, sich mit Technologien und Ausrüstungen aus dem Ausland zu versorgen, die die jeweiligen Pioniere der Branche, insbesondere in Deutschland, entwickelt hatten. Doch in Deutschland werden homogene Substrate auf Mais- und Güllebasis verarbeitet, während in Frankreich feststoffreichere Materialien wechselnder Qualität zur Verwertung anstehen, die zudem auch noch mehr Störstoffe enthalten.

Probleme bei den BHKW-Anlagen beruhten zum größten Teil auf Unterbrechungen im Netzbetrieb und auf Materialfehlern

Bei etwa 30% der Anlagen kam es zu Problemen mit der Substratversorgung, u. a. auch durch den Konkurrenzdruck von weiteren Anlagen in der Region.

Weitere Probleme entstehen durch den Zeitaufwand bei langwierigen Genehmigungsverfahren.

Die Wirtschaftlichkeit der Projekte ist nur bei 19% im geplanten Bereich, 11% haben eine bessere und 65% eine schlechtere Rentabilität als vorgesehen. Die Gründe liegen bei Produktionsausfällen, der Verschlechterung bei Prämien der Abfallverwertung oder beim Wärmeabsatz – z. B. weil Abnehmer wegfielen- und bei erhöhten Aufwendungen für Betrieb und Instandhaltung.

Im Hinblick auf künftige Projekte hat die Entwicklung zu einer besseren Abschätzung von Investitionen und Betriebsaufwand geführt, die im Laufe der Zeit angestiegen sind. Dies liegt an dem größeren Aufwand für die Anlagentechnik zur Anpassung an die Substratqualität, aber auch an die höheren genehmigungsrechtlichen Auflagen im Rahmen der immissionsschutzrechtlichen Bestimmungen. Auch die Einschätzung von Anlagenausfällen ist realistischer geworden.

Derzeit sind 120 Projekte in Planung, die zu je 50% aus Projekten mit Vor-Ort-Verstromung und mit Biomethanaufbereitung bestehen. Die meisten sind landwirtschaftliche Kooperationsprojekte mit einer Kapazität ab 250 kWel oder Territorialanlagen von mehr als 1MWel. Wegen der besseren Rentabilität werden vermehrt Biomethanprojekte angestrebt. Finanzierung und Bankenkontakte gestalten sich eher schwierig. Etwa ein Drittel der Projekte ist blockiert, weil Rentabilität, Finanzierung oder Akzeptanz fehlen.

Die verschiedenen Akteure sind bereit, ihren Beitrag zum Fortschritt der Branche zu leisten, indem der Erfahrungsaustausch gefördert, ein nationales Hersteller- und Servicenetz aufgebaut und eine Qualitätscharta sowie ein Fortbildungssystem für die Akteure geschaffen wird, sowie weitere Innovationen zur Bewältigung der Substratschwierigkeiten und ein höheres Sicherheitsbewusstsein zu einer besseren Akzeptanz im Umfeld entwickelt werden.

Vom Umfeld der Branche erwarten sie, dass die Netzstabilität verbessert, Forschung unterstützt, Genehmigungsverfahren schlanker und die Unterstützungsmechanismen abschließend überarbeitet werden.

Quelle: Artikel auf der Homepage des französischen Fachvereins ATEE-Club Biogaz

 

BIOVALSAN – ein europäisches Paradebeispiel für Biomethan in Straßburg

Biomethan als KraftstoffIm Vorfeld der Pariser Klimakonferenz hat die Ministerin für Umwelt, nachhaltige Entwicklung und Energie, Ségolène Royal, ein innovatives Vorzeigeprojekt eingeweiht:

Das europäische Pilotprojekt Biovalsan, die erste Anlage, die Biomethan aus den Abwässern einer Großstadt produziert. Es ist die viertgrößte Abwasserbehandlungsanlage Frankreichs, die 96% der Abwässer aus der elsässischen Metropole klärt. Die Biomethanproduktion soll bis zu 1,6 Mio. Nm³ betragen.

Ein passender Anlass für die Ministerin, um auch auf ihre nächsten Schritte zur Förderung der französischen Biogasbranche hinzuweisen: In wenigen Tagen soll die Anhebung der Einspeisevergütung für Bestandsanlagen bekannt gegeben werden. Gleichwohl soll die Förderung der Stromerzeugung mit Biogas nicht den Ausbau der Biomethaneinspeisung benachteiligen. Es ist daher auch eine Vorschrift in Vorbereitung, die zur Einbeziehung von Biomethankraftstoff verpflichten soll. Falls die Förderung durch die Vergütungen nicht ausreicht, die Biogasproduktion im vorgesehenen Maße anzukurbeln, wird es Ausschreibungen geben. Der entsprechende Erlass ist in Vorbereitung und wird noch vor Ende des Jahres veröffentlicht.

Die Wünsche der Ministerin, Biovalsan möge eine ganze Reihe von innovativen Projekten eröffnen, welche Reststoffe und Abwässer zur Biomethanerzeugung nutzen, sind nicht aussichtslos. Einige französische Projekte sind bereits über die Startphase hinaus und im Planungsstatus.